Um den Spannungsbogen direkt zu Beginn dieses Beitrags zu zerreißen, nehme ich das Fazit der nachstehenden Ausführungen schon mal als Quintessenz vorweg:

Die althergebrachte Parteitümelei und das tradierte Festhalten an Wahlgewohnheiten hat auf der kommunalen Ebene komplett ausgedient und muss durch adäquate Angebote kompensiert werden, damit der mündige Bürger nicht in Wahlenthaltung flüchtet oder seine Stimme aus reinem Protest "verschenkt", um "denen da oben" eins auszuwischen!   

Ein regelmäßiger Blick in die (bundespolitisch geprägte) Tagespresse und das kommunale Wahlverhalten der Menschen im Kreis Euskirchen in den letzten 10 Jahren berücksichtigend, stelle ich fest: JA, die These trifft den Nagel auf den Kopf!

Die Zeiten, in denen eine Partei wie die CDU in der ländlich geprägten Voreifel (bildlich gesprochen) einen Besentiel schwarz anmalen konnte, um ein x-beliebiges politische Amt zu bekleiden, sind (glücklicherweise!) längst vorbei.

Dass für die wahlberechtigten Menschen heute vor allem Persönlichkeit, Einsatzwille, eine profunde Berufs-Expertise und nicht zuletzt Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit eines Bewerbers im Vordergrund einer Wahlentscheidung stehen, bestätigt sich mit zunehmender Regelmäßigkeit.

Dieser in meinen Augen unumkehrbare Trend ist Fluch und Segen zugleich...

Aus demokratiepraktischen Erwägungen ist es absolut begrüßenswert, dass sich Wählerinnen und Wähler nicht mehr von einem antiquirten Partei-Farbenspiel blenden lassen und ihr Kreuz exemplarisch bei schwarz oder rot machen, bloß weil es die Familientradition so will oder um einfach nur Ruhe am Mittagstisch zu haben

Auf der anderen Seite stellt dieses geänderte Wahlverhalten Parteien und politische Gruppierungen vor ganz enorme Herausforderungen: man bekommt halt nichts mehr geschenkt und muss sich tatsächlich richtig anstrengen, um Menschen von sich und seinen Positionen zu überzeugen! Ganz besonders schwierig wird es mit der Überzeugungskraft dann, wenn (ehemals erfolgsverwöhnte) Volksparteien die Zeichen der Zeit nicht erkennen und ihrem verfassunsmäßigen Auftrag zur Mitwirkung bei der politischen Willensbildung des Volkes (siehe: Art. 21 Abs. 1 S. 1 GG) nicht intensiv genug nachkommen.

Wenn es Parteien wie der CDU noch nicht einmal gelingt, die eigenen Parteimitglieder in den vorstehend erwähnten Willensbildungsprozess adäquat (d.h. unmittelbar) einzubinden, dann frage ich mich allen Ernstes: wie will man Ergebnisse und Beschlüsse (vom jüngsten Koalitionsvertrag auf Bundesebene bis hinunter zu Wahl(vor)entscheidungen ohne Beteiligung der örtlich eigentlich zuständigen Parteigremien) den Bürgern schmackhaft machen, wenn man noch nicht einmal den Mut aufbringt, diese Dinge parteiintern zur Abstimmung zu stellen bzw. das Meinungsbild der unmittelbar betroffenen Personen einzuholen?

Man könnte sich an dieser Stelle in eine akademische Grundsatzdiskussion verlieren; es soll hier und jezt aber die Feststellung genügen, dass die Parteienlandschaft (quasi durch die Bank weg!) die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und Politik am Bürger vorbei betreibt. Dies führt in der Regel zu schlechten Sachentscheidungen, verstärkt Entfremdungseffekte und feuert massiv die allgemeine Politikverdrossenheit in der Bevölkerung an (zu diesen Feststellungen kommen faktisch alle renommierten Forschungsinstitute, wie z.B. die aktuelle Ipsos-Studie zeigt). 

Ich möchte diesen Missständen mit dem Politikansatz von #Zülpich_kann_mehr zumindest auf lokaler Ebene mit voller Kraft entgegentreten, indem ich SIE (die Bürgerinnen und Bürger unerer Gemeinde) viel intensiver als die politischen Mitbewerber

  • frühzeitig in Entscheidungsprozesse einbinde,
  • Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse aufnehme
  • und diese bei der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungsansätzen bestmöglich berückichtige. 

Mein bisherige Arbeit im Wahlbezirk und die dort erzielten Ergebnisse stimmen mich sehr zuversichtlich, dass dieser Ansatz der notwendige und zugleich der richtige Weg ist, Kommunalpoltitik wirklich bürgernah und auf Augenhöhe mit den Betroffenen umzusetzen!